Geldgeschichten aus der Hauptstadt
00:00:01: Null,
00:00:01: drei Prozent so viel Wachstum prognostiziert mein heutiger Gast für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr noch.
00:00:08: Vor einem halben Jahr waren es noch eins bis eins Komma fünf Prozent.
00:00:11: was ist passiert?
00:00:13: Vier Buchstaben E R A n höhere Energiepreise gestörte Lieferketten eine Inflation die sich gerade um die drei Prozent einpegelt und mittendrin Die I Z B die gerade die Zinsen angehoben hat.
00:00:26: aber kann sie damit wirklich etwas gegen den Ölpreis ausrichten bekommen?
00:00:30: bei Gold-Else zur Wirtschaftsprognose für die zweite Jahreshälfte.
00:00:36: Mein Gast wieder Dr.
00:00:37: Jan Holthusen, Leiter Research und Volkswirtschaft der DZ Bank!
00:00:42: Wir reden über die technische Rezession, wir reden darüber warum Europa bei künstlicher Intelligenz komplett am Tropf der USA hängt, wie sich der Ölpreis in den kommenden Monaten wahrscheinlich entwickeln wird und ob wir je wieder Vorkriegsniveau erwarten können….
00:00:59: Und über die Frage, die für den Mittelstand in Berlin und Brandenburg wohl am meisten zählt.
00:01:04: Sollen Sie jetzt investieren oder lieber abwarten?
00:01:07: Los geht's!
00:01:28: Was hat sich aus ihrer Sicht aber in den vergangenen sechs Monaten wirtschaftlich wirklich verändert?
00:01:33: und was ist eher so?
00:01:34: Nachrichten rauschen jetzt vielleicht mal Iran mal rausgenommen.
00:01:38: Darüber reden war gleich oder müssen wir ja auch noch mal separat.
00:01:41: Ja ich denke am Iran da wirklich kein Weg vorbei denn der setzt natürlich auf die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.
00:01:51: Wir waren ja im Winter noch relativ optimistisch, dass jetzt so die Talzone durchschritten sei und das es jetzt wieder aufwärts gehen könne.
00:01:58: und dann kam halt Ende Februar Anfang März das Thema Iran dazu Und das hat natürlich schon auch dann für die Wirtschaft einiges bedeutet.
00:02:08: Wir haben höhere Energiepreise, das ist nicht gut für die Produktion.
00:02:13: Das macht eben die Produzion teurer.
00:02:15: Das specht auch den Konsum weil die Leute mehr für Benzin ausgeben müssen und weniger Spielraum haben Für anderen Konsum, wir haben erneut gestörte Lieferketten.
00:02:24: Nicht so schlimm wie damals bei Corona oder beim Ukraine-Krieg aber es kommt hier durchaus auch zu Friktionen innerhalb der Lieferketten.
00:02:32: und das sind alles Dinge die jetzt dieses zarte Flensline Aufschwung doch zumindest drohen wieder ein bisschen zu schädigen, sag ich mal mindestens.
00:02:43: Also der Aufschwung wird nicht auf alle Ewigkeit vertagt sein aber wir müssen davon ausgehen dass wir zunächst einmal noch mit einem relativ schwierigen Umfeld einfach zu rechnen haben.
00:02:54: Ich
00:02:54: versuch das jetzt mal positiv zu sehen.
00:02:56: trotz dieser diesem immensen Druck sagen wir mal der international bei uns ja in der Wirtschaft gelandet ist, der uns ja auch unter Druck setzt.
00:03:05: Haben wir trotzdem diesen prognostizierten kleinen Wirtschaftswachstum von Nullkommadrei?
00:03:11: Jetzt haben wir sogar einen digital unterzeichneten Friedensabkommen.
00:03:14: Könnte das der Anfang einer Trendwende sein?
00:03:19: Bei Trump weiß man natürlich eher nie so genau, weil er hat sich an den Krieg schon dreißig Mal oder vierzig mal für beendet erklärt.
00:03:27: Jetzt hat man das erste Mal wieder was Hype, wie es konkret ist.
00:03:31: Aber natürlich ist das Thema nicht durch.
00:03:32: Momentan ist es so.
00:03:34: wir haben im ersten Quartal eigentlich ein ganz ansehnliches Wachstum gehabt.
00:03:38: Wir hatten in Deutschland zero Komma drei Prozent wachstums gegenüber dem Vorquartal.
00:03:42: Wenn man das jetzt mal hoch rechnen würde also mal ganz simpel viermal null Komma Drei Prozent dann würden wir komfortabel über einem Prozent landen.
00:03:51: Das Problem ist, dass dieses erste Quartal ja noch weitestgehend unbeeinflusst war vom Iran Krieg und das wir jetzt für das zweite Quartale schon mit einem deutlicher Rückschlag rechnen müssen.
00:04:04: D.h.,
00:04:04: diese Mühlkommar drei Prozent aus dem ersten Quartals werden sicherlich wieder kompensiert durch einen höchstwahrscheinlich negatives zweites Quartal, das ist ja schon fast rum.
00:04:14: Wir haben noch keine konkreten Zahlen aber alles deutet darauf hin dass wir hier nicht mit einem positiven Wachsumszahl rauskommen.
00:04:21: Wenn man jetzt nach vorne blicken und sagen wie wird es dann im dritten und vierten Quartale würde ich auch so ein bisschen zumindest die Euphorie dämpfen dass es gleich wieder aufwärts gehen muss selbst wenn es jetzt zu einem richtigen Friedensvertrag kommt weil wir natürlich Folgen jetzt erstmal noch abarbeiten müssen.
00:04:39: Der Ölpreis ist längst noch nicht wieder da, wo er vor dem Krieg war.
00:04:43: Das Öl fließt auch noch nicht wirklich wieder das und wenn es denn wieder fliesst, sondern die Straße von Hormuz wieder freist dann dauert es natürlich eine gewisse Zeit bis das dann noch ankommt in Europa im Rest der Welt.
00:04:55: Und natürlich ist es auch so, dass die Lieferketten, die jetzt gestört sind, langsam wieder in Gang kommen müssen.
00:05:00: Das heißt der Güter müssen transportiert werden und das dauert zu seiner Zeit, sodass man sagen kann wenn das alles gut läuft auf der politischen Ebene dann glaube ich für das vierte Quartal ein begründeter Optimismus da sein kann.
00:05:14: aber ich glaube die Jahresmitte also gut zwei, gut drei werden noch ein bisschen mühsamer werden.
00:05:20: sind wir jetzt so Talsole, könnte man so sagen.
00:05:23: Und Rezessionen, das Wort will man ja kaum in den Mund nehmen aber man muss es ja scheinbar dabei.
00:05:28: Ja also wir haben's in unserer Prognose Q-III und Q-IV im Quartalsvergleich jeweils negativ und technisch gesehen wäre das eine Rezission.
00:05:42: Es gibt keine wirkliche Definition, aber meistens behilft man sich damit, dass man sagt zwei auf einander folgende Quartale negativ im Quartalsvergleich.
00:05:49: Dann sprechen wir von der mindestens technischen Rezession und das wäre genau das was wir jetzt haben.
00:05:55: Aber es besteht eben wie gesagt schon noch die Aussicht, dass es dann nach Richtung Jahresende und auch in nächsten Jahr besser laufen kann, vorausgesetzt Die Lage beruhigt sich jetzt weiter.
00:06:06: Die USA haben verkündet, dass das leistungsstärkste KI-Modell von Anthropic weltweit nicht ausgerollt wurde oder wieder zurückgenommen und nur in den USA genutzt werden darf.
00:06:20: Offiziell aus Sicherheitsgründen, dass es hochgradig politisch motiviert ist, ist eindeutig die dass die USA sich da so was, ich finde immer es ist ein bisschen wie einen zweiten Atombombenkoffer den sie sich aufgebaut haben.
00:06:33: Ich habe eine tausend Fragen ehrlich gesagt dazu Wie abhängig sind wir letztendlich von diesen KI-Entwicklungen?
00:06:42: Das ist mein erster Teil der Frage.
00:06:44: und wie groß ist eigentlich schon Und das ist der noch spannende Frage dabei.
00:06:48: Wie groß ist jetzt schon der Einfluss von KI auf die Volkswirtschaft Also die hiesige Volkswirtschaft?
00:06:55: Ja Ja, ich glaube also bisher halten sich die Abhängigkeiten in Grenzen weil es noch nicht in der Breite wirklich produktiv eingesetzt wird.
00:07:03: Viele testen viele gucken und aber so in der breiten hat das glaube ich bisher relativ wenig Anwendung gefunden sodass ich denke momentan während ist der Schaden für den Status quo einfach noch nicht so groß.
00:07:19: Das Problem ist nur wenn man sich davon jetzt an dieser dynamischen Entwicklung ab koppelt oder abgekoppelt wird, weil man das nicht hat.
00:07:27: Weil man darauf nicht aufsetzen kann um eigene Anwendungen auch zu entwickeln dann fällt Europa natürlich noch weiter zurück.
00:07:35: Das heißt wir sind abhängig von diesen großen amerikanischen Unternehmen.
00:07:40: und gerade eben was Zukunftsinvestitionen betrifft gerade was auch Produktivitätsfortschritte für die Zukunft betriffe da sind wir wirklich dramatisch abhängig.
00:07:52: und das was da momentan passiert, dass ist einfach ja... Das ist eine politische Aktion.
00:07:56: Das hat sicherlich nicht primär mit dem Thema Sicherheit zu tun.
00:08:01: Die Gefahr die ich da sehe liegt darin, wenn man das jetzt durchhält seitens der USA, dass man dann Europa quasi in die Arme auch hier der Chinesen treiben würde, die dort ihre Systeme sehr viel großzügiger möglicherweise und günstiger zur Verfügung stellen.
00:08:20: Aber dass das dann mittel- und langfristig keine positive Entwicklung auf Europa sein kann, ist glaube ich auch klar angesichts dessen was ich eben gesagt hatte.
00:08:29: Also ich glaube auf mittlere Sicht kommt Europa... also auf kurze Sicht können wir uns hier von den USA nicht abkoppeln.
00:08:36: Wir brauchen das.
00:08:38: aber auf mittler und lange Sicht ist es absolut erforderlich, dass Europa hier auch etwas eigenständiger wird im Sinne den Versuch zu unternehmen, hier die eigene Modelle auch zu entwickeln.
00:08:51: Also hier quasi so naht dritte Säule zu schaffen in China und den USA.
00:08:58: Ich glaube strategisch ist das natürlich richtig.
00:09:00: aber wenn ich mir durchlese dass im Jahr eine Billion US-Dollar in die Entwicklung von KI-Modellen fließen mit der Hoffnung des Produktivitätsgewinn kann ich mir allein aus volkswirtschaftlicher Sicht gar nicht vorstellen, wie Europa damit ziehen soll in irgendeiner Art und Weise.
00:09:21: In dieses, sagen wir mal KI-Wettrüsten was es ja geworden ist?
00:09:24: Wie soll Europa da mitmachen auch aus rein volkspolitischer Sicht?
00:09:28: Ich hatte so die Idee aus dem Sondervermögen weil das sind ja Peanuts im Gegensatz zu dem was es eigentlich braucht muss man ja möglicherweise sagen
00:09:37: Ja, erinnert hat also der Einwand.
00:09:38: Der ist sicherlich berechtigt.
00:09:41: Also ich würde einerseits sagen es kommt nicht nur an Geld und es kommt sicherlich auch auf Geld an aber auch nicht nur auf Geld ein denn ich denke schon das momentan dass was in den USA dort investiert wird die Summen sind deswegen so hoch weil die großen Unternehmen quasi damit Marktanteile kaufen wollen.
00:09:58: ja also die geben jetzt erstmal viel Geld Aus, die haben ja auch Geld.
00:10:02: Das ist ja anders als früher zu neuen Marktzeiten wo diese Unternehmen, die die neuen Technologien hatten keine Gewinne gemacht haben.
00:10:08: Die bekommen ihre Cash Flows aus den bestehenden Geschäftsmodellen und investieren die jetzt in die Zukunft.
00:10:15: Und da ist sicherlich so ein gewisses Wettrüsten da was aber dann auch Streuverlüste hat.
00:10:20: ich glaube wenn man das in Europa fokussiert macht kann man auch mit kleineren Beträgen lieber vor Europa immer noch groß sind.
00:10:27: eine Frage kann man aber zumindest schaffen eine gewisse Eigenständigkeit zu erreichen, dass man nicht komplett abhängig ist von den USA.
00:10:36: Dann ist man vielleicht nicht immer in der ersten mir dabei aber man hat zumindest die Chance hier mitzuspielen auch wenn noch nicht als ein Wein zu.
00:10:47: Das heißt wenn ich das richtig verstehe dadurch dass ja diese drei vier großen Unternehmen Google Microsoft Meta und Amazon dir so die treibenden Kräfte hinter denen KI's sind.
00:11:00: Das heißt, sie sehen auch noch keine KI-Blase.
00:11:03: In dem Sinne, weil die Unternehmen gut Umsatz generieren und daraus das Meiste finanzieren.
00:11:10: Ich frage deshalb, weil ja immer wieder darüber geredet wird, dass die US-Ökonomie gerade wächst aber aus größten Teilen aus diesen KI finanziert.
00:11:21: Das heißt ist es eine Bubbleplatz?
00:11:24: Kriegen wir das alle um die Ohren da?
00:11:26: Jedenfalls auf jeden Fall an den Aktienmärkten oder den Finanzmärken!
00:11:29: Ich glaube nicht, dass es jetzt schon eine Bubble ist.
00:11:33: Das hat sicherlich das Potenzial, eine Werden zu können aber wir haben es hier wirklich mit einem technologischen Strukturbruch auch zu tun und einer disruptiven Entwicklung.
00:11:45: Und da ist es schon richtig, dass am Beginn einer solchen disruptiven Entwicklung viel investiert werden muss.
00:11:50: Nicht jede Investition wird sich auszahlen Aber ich glaube schon, dass man mit der Technologie KI in den nächsten zehn Jahren wirklich richtig viel Geld verdienen kann, wenn man an der im Wettbewerb einer richtigen Stelle sitzt.
00:12:06: Das versuchen die großen amerikanischen Unternehmen zu tun und wie gesagt momentan können sie es sich auch leisten.
00:12:13: ein Teil wird aus vergangenen Gewinn bezahlt sozusagen aus den Gewinnen des laufenden Geschäfts Auch wenn man zugestehen muss dass jetzt auch begonnen wird Anleihen zu gegeben sein ist dieser Unternehmen um eben das ganze nochmal zu hebeln.
00:12:27: aber das ist nicht so sich hier um Unternehmen handelt, die keinen Cent Umsatz machen, die kein Cent Gewinn machen und viel Geld ausgeben.
00:12:36: Das hatten wir vor twenty-fünf Jahren im neuen Markt in eine sehr technologiebappelvielfach weil es eben junger neue Unternehmen war.
00:12:43: aber hier haben wir sie mit etablierten starken mit den weltgrößten Unternehmen eigentlich zu tun.
00:12:49: und wenn wer nicht die kann sich das leisten.
00:12:52: ich wollte über die nächste schwierige abhängigkeit reden.
00:12:54: werden in Q eins darüber geredet dass wir uns ja energetisch unabhängig machen mussten richtigerweise von den Energielieferungen aus Russland wegen des Angriffskriegs der Russen auf die Ukraine.
00:13:06: Jetzt haben wir das Problem, dass wir energetische zu immensen Teilen abhängig sind gerade von LNG und den USA.
00:13:13: Und dann wie Sie schon beschrieben haben ein immer unzuverlässiger werdenden Partner.
00:13:19: gibt es irgendwelche Bestrebungen der Bundesregierung auch diese Abhängigkeit zu reduzieren?
00:13:25: Haben wir da irgendeine Chance?
00:13:27: Können wir da in einer Wirtschaft auch strategisch in irgendeiner Art und Weise nach vorne gucken, da eine Souveränität auch hierherzustellen oder eine erhöhte Souveranität?
00:13:36: Ja, erhöhteSoverenität in Europa.
00:13:39: also was fossile Energieträger betrifft ist schwierig.
00:13:44: Da haben wir in Europa einfach nicht genug.
00:13:46: natürlich versuchen wir Nordseöl oder Gas aus der Nordsee zu bekommen.
00:13:51: Wir haben ja auch über Norwegen beziehen relativ viel Erdgas, also da ist schon eine gewisse Diversifikation auch bei fossilen Energieträgern.
00:14:01: Natürlich ist es so dass wir die Abhängigkeit von fossilen Energie- trägern weiter reduzieren müssen weil wir sie eben nicht selber haben, weil wir eben von anderen abhängig sind.
00:14:10: ich glaube nicht das wir ganz darauf verzichten können.
00:14:13: auch stichwort Grundlastfähigkeit.
00:14:17: aber natürlich ist es richtig die regenerativen Energien weiter auszubauen, um darüber eine größere Unabhängigkeit von anderen Ländern zu erzielen.
00:14:28: Was man eben auch sagen muss ist dass wir in Europa doch einen recht großen Flickenteppich haben was das Thema Energie betrifft ja.
00:14:36: Wir haben Land wie Frankreichs was sehr stark auf das Thema Kernkraft noch setzt nach wie vor und noch keine Anstärken macht davon abzurücken.
00:14:44: die sind momentan sehr komfortablen Situationen deswegen.
00:14:48: Wir haben es auch in Osterupper beispielsweise, so war Kai Ungarn oder auch neu in Polen jetzt oder aber eben auch in den Niederlanden Länder die das Thema Kernenergie eher ausbauen wollen und auf der anderen Seite haben wir dann Länder wie Deutschland die sich aus diesem Thema komplett verabschiedet haben.
00:15:06: Das heißt Wir müssen, wenn wir den europäischen Energiemarkt betrachten und der ist europäisch dieser Markt.
00:15:14: Dann müssen wir wirklich aus auch auf die einzelnen Länder schauen und uns ansehen wie sind die Unterschiede hier?
00:15:20: Und das Thema ist auch deswegen so wichtig weil es natürlich in Zukunft immer mehr Strom ankommt.
00:15:27: Es mag sein dass wir in Zukunft weniger Erdöl und Erdgas verbrauchen aber wir werden in Zukunft deutlich mehr Strom brauchen als heute.
00:15:35: Ja, für das Thema E-Mobilität.
00:15:37: Für das Thema Rechenzentren die ja auch wichtige Stromfresser sind, die auf günstige Energie angewiesen sind und die auch darauf angewiesen sind gerade beim Thema Rechnzentren dass diese Energie wirklich Vierundzwanzig Sieben fließt und nicht nur dann wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.
00:15:53: Also von daher ist das ein sehr komplexes Thema.
00:15:57: Auf der einen Seite Wind und Solarstrom weiter fördern, aber eben auch dafür sorgen dass das Thema Versorgungssicherheit gewährleistet ist und dafür brauche ich eine gewisse Diversifikation bei den Quellen.
00:16:13: Das heißt, woher bekomme ich das?
00:16:15: Und auch bei den Energieträgern.
00:16:16: also nur Sonne und Wind reicht nicht.
00:16:19: Ich werde weiter fossile Energieträger brauchen und wir können froh sein dass im Land wie Frankreich das Thema Kernenergie eben noch nicht begraben hat.
00:16:28: und das alles zusammengenommen dann wird glaube ich ein Schuh draus Abhängigkeit, die wir momentan von den USA stärker ausgebaut haben.
00:16:39: Die kann man dann auch besser abfedern bzw.
00:16:42: auch Perspektive wieder reduzieren.
00:16:44: Aber irgendwie fühlt sich es gerade wirklich sehr an wie ein Spielball.
00:16:48: Noch sind wir natürlich sehr abhängig von den fossilen Energieträgern.
00:16:51: das hat natürlich die Iran-Krise auch nochmal finde ich sehr deutlich gezeigt.
00:16:55: Wir erzählen uns hier immer so eine große Geschichte der nachhaltigen Energien.
00:16:59: aber wer in den letzten Monaten tanken musste wie halt im grünen genommen alle hat gesehen dass das Ja, da viele lücken noch sind.
00:17:09: ich habe heute morgen für ein sieben und siebzig getankt war sehr glücklich darüber.
00:17:14: Sie hatten schon angedeutet jetzt die straße von homus soll geöffnet werden.
00:17:18: Wie lange wird es denn eigentlich brauchen bis den die Ölpreise wieder.
00:17:24: Ich wachs kaum zu fragen, aber vor Iran Kriegsniveau fallen könnten und vor allen Dingen bis das dann auch in den deutschen Unternehmen wieder zur Buche schlägt dass sie halt sozusagen die Preise auch dementsprechend wieder anpassen können.
00:17:36: Ja, also der Ruhelpreis an den Weltmärkten.
00:17:39: Der ist ja die letzten Wochen schon zurückgekommen und das ist ja sogar schon einer Tankstelle angekommen, wie Sie gerade gesagt haben.
00:17:45: Also der Weltmarktpreis reagiert sehr schnell.
00:17:47: Wir haben in der Vergangenheit gemacht, die Erfahrung gemacht dass, dass die Tankstellen Erhöhung zwar recht schnell weitergeben aber Senkung nicht.
00:17:54: Das sieht jetzt in dem Fall sogar etwas besser aus hier.
00:17:58: Selbst wenn die Straße von Hormuz morgen komplett offen wäre, würde ich davon ausgehen dass der Ölpreis zwar noch etwas weiter fallen kann aber jetzt nicht signifikant unter Achtzig Dollar fällt.
00:18:08: zunächst mal weil das Erdöl eben auch noch nicht da ist wo es sein soll.
00:18:13: Ich meine wir in Europa haben noch keine großen Versorgungsknappheiten gehabt.
00:18:18: Das sieht in asiatischen Ländern, das sieht doch an afrikanischen Ländern anders aus.
00:18:22: Wir beziehen relativ wenig Öl aus der Golfregion.
00:18:27: Länder wie Südkorea, Japan oder China beziehen den allergrößten Teil ihres Erdölz daher und dort gab es wirklich schon richtige Knappheiten.
00:18:36: Bei uns war das nur der Preis weil der Ölpreis eben Weltmarktpreis ist.
00:18:40: aber bei denen waren es wirklich physische Knappen und wir können auch froh sein dass die strategischen Reserven angezapft worden sind.
00:18:47: und bis sich das alles wieder einspielt ja also bis die Tanker die da jetzt wieder durchfahren können erst mal da sind wo sie sein sollen bis das ganze wieder läuft, auch quasi das ganze Chaosell.
00:18:59: Wieder läuft Förderung tanker tanker wird hin entleht wird wieder zurück bis dass wieder sich alles eingespielt hat.
00:19:05: Das wird eher Monate dauern als Wochen denke ich.
00:19:08: und ob der Ölpreis dann sagen wir in zwölf Monaten wieder da ist wo er vor dem Krieg war nämlich irgendwo bei sechzig-fünfundsechzig Dollar je Barrel das wage ich auch zu bezweifeln.
00:19:19: Ich könnte mir siebzig vorstellen vielleicht etwas über siebzig.
00:19:22: Und warum kann ich mir das vorstellen?
00:19:25: Weil wir natürlich auch in zwölf Monaten noch Einschränkungen haben werden, was die Förderung betrifft.
00:19:32: Denn es ist hier einiges kaputt gegangen auch am Golf.
00:19:36: Es sind Ölförderanlagen mit Leidenschaft gezogen worden.
00:19:39: Es sind auch Erdgas gerade in Katar eine große Anlage Die Kaput bei der Jahre dauern wird bis das wieder repariert ist.
00:19:47: Das heißt Die Förderung ist, also Öl ist genug da.
00:19:51: Aber die Förderungskapazitäten auch möglicherweise Raffineriekapazitäten in den Golfstaaten, die also im Mitleidenschaft gezogen worden sind und das wird ein bisschen länger dauern.
00:20:01: Und dann müssen natürlich die jetzt leer gelaufenen Läger wieder aufgefüllt werden.
00:20:06: All das dauert Zeit.
00:20:07: daher ja die Botschaft ist wenn sich das Ganze jetzt entspannt auf der politischen Seite, auf der militärischen Seite dann wird der Ölpreis sinken, aber es wird länger dauern bis er wieder da ist wo er vorher war.
00:20:18: Auf der anderen Seite können wir auch mit siebzig Dollar glaube ich gut leben.
00:20:21: Okay trotzdem kann man sagen willkommen von sechzig-fünfundsechzig Dollar.
00:20:25: das heißt ja Iran Krieg könnte man jetzt mal so sagen wird nachhaltig die Inflationen anheizen?
00:20:34: Nein Das muss ich natürlich jetzt begründen.
00:20:40: Aber finde ich gut, das ist irgendwie so eine Annahme die man ja tragen kann.
00:20:47: Momentan ist es so wir sehen es schon in der Inflationsrate, also der Ölpreis ist gestiegen, der Benzinpreis isst gestiegen schon springt die Inflationrate von zwei Prozent auf drei Prozent, sag' ich mal, das geht relativ schnell.
00:21:00: und dieser Effekt den wir da haben, weil wir immer mit dem Vorjahres vor Jahresmonat vergleichen, der ist natürlich jetzt erstmal drin in der Inflationsrate.
00:21:10: Wenn wir jetzt davon ausgehen dass in den nächsten zwölf Monaten der Ölpreis wieder Richtung siebzig Dollar fällt dann wird die Inflationrat jetzt irgendwann nicht mehr ansteigen weil wir da nicht mehr so weit über Vorjahresniveau sind also kaum noch über Vor-Jahres Niveaux sind.
00:21:27: wenn man wieder bei Siebzig sind und wenn wir jetzt von heute aus oder von vor vier Wochen aus ein Jahr weiter denken Also wenn wir jetzt beispielsweise sind im April oder Mai, twenty-sevenundzwanzig.
00:21:38: Dann vergleichen wir ja den Ölpreis.
00:21:40: dann Annahme siebzig Dollar mit dem Öl preis vor zwölf Monaten Annahme hundertzehnt Dollar das heißt dann haben wir einen unmittelbareren Effekt auf die Inflationsrate dass dort die nach unten geht.
00:21:51: Das heißt wir haben jetzt so ein Buckel in der Inflation rate und der wächst sich wieder raus Und heute in zwölfe monaten dürfte der weitgehend verschwunden sein.
00:22:01: interessant Weil Leitzens ist vor wenigen Tagen angehoben worden, der wie erwartet auf zwei Komma Zwei fünf Prozent.
00:22:10: Und ein zweiter Schritt soll ja auch nochmal geplant sein was natürlich bei so einer stockenden Wirtschaft wieder unserem jetzt irgendwie nicht die besten Informationen sind, die wir bekommen können.
00:22:20: Sehen Sie denn die Chance dass dieser zweite Schritt gegebenenfalls auch aufgrund des jetzt nun hoffentlich sich beendeten Iran Konflikts ausfallen könnte?
00:22:34: Aus heutiger Sicht glaube ich es noch nicht.
00:22:36: Wir haben auch eine zweite Zinserhöhung in unserer Prognose drin, wir haben die bisher für September drin gehabt und das ist ja nicht so dass die EZB jetzt eine hohe Ist-Inflation bekämpfen kann.
00:22:50: also die Ezb kann die Zinsen erhöhen wie sie will.
00:22:54: Die Inflationsrate im nächsten Monat wird irgendwo bei drei Prozent oder drüber liegen.
00:22:58: Also egal wo die Ezeb ihren Leitzinsen anhebt Sie kann auch gegen diesen steigenden Ölpreis nichts machen.
00:23:07: Und warum hat sie trotzdem die Zinsen erhöht?
00:23:10: Sie hat sich ja doch einiges an Schelde abgeholt für diese Zinserhöhung, auch seitens der Wirtschaft.
00:23:15: Ich finde es dernoch richtig, denn wir wissen alle noch – wir erinnern uns allen noch – an die Zeit vor vier Jahren als diese Inflationsrate so stark nach oben geschossen ist und Hört sich nicht mehr nur die Energiepreise waren, die angestiegen sind.
00:23:31: Sondern dann hatten wir diese zwei Runden und die dritte Runde in Effekte.
00:23:34: Dann sind die Nahrungsmittelpreise gestiegen, weil man für den Nahrungsproduktion viel Energie braucht, dann sind die Löhne gestiegen ,weil da die Preise gestiehen waren.
00:23:46: Und dann waren wir in dieser Lohnpreispirale drin.
00:23:49: Genau das ist der Punkt, wo eine EZB Einfluss nehmen kann.
00:23:53: Sie kann mich versuchen diese Inflationserwartungen der Teilnehmer an der Wirtschaft also der Unternehmen und auch der Konsumenten sie können versuchen die Erwartung zu beeinflussen zu steuern oder auch Inflationsmentalität soweit sie den Verhandeln sein sollte, zu brechen.
00:24:12: Und ich glaube die Erinnerung an vor vier Jahren ist noch zu frisch als dass die EZB-Dais hätte einfach stillhalten können.
00:24:21: so das ich der Meinung wenn Sie es da gut beraten ein zwei Zinserhöhungen zu machen um zu zeigen zu demonstrieren wir nehmen das ernst und wenn es weitergehen sollte dann sind wir auch bereit die Zinsen noch höher zu anzuheben, um einfach zu vermeiden dass wir diese zweit und drittrunden Effekte bekommen.
00:24:38: Daher hat Frau Lagarde meinen Segen sozusagen auch wenn ihr das herzlich egal sein wird aber ich halte das durchaus für richtig und ich glaube auch nicht dass es die Wirtschaft jetzt über Gebühr belastet.
00:24:55: also natürlich sind höhere Zinsen nicht gut aber wir haben es doch hier mit ARK begrenzten Effekten zu tun.
00:25:04: Wir haben keine Zinserhöhung bei ein oder zwei Prozentpunkte, sondern eben nur um einen Viertel oder einen halben Prozentpunkt und das ist immer noch besser als wenn wir in einem Jahr Inflationsraten von sechs Prozent unter mehr hätten und die EZB dann der Geld-Geldpolitische Vollbremsung hinlegen
00:25:21: müsste.".
00:25:21: Ja also es ist so'n bisschen vorgreifendes Damage Control was da gerade versucht wird zu machen.
00:25:27: verstehe Die stotternde Wirtschaft schlägt sich auch mehr und mehr im Arbeitsmarkt durch.
00:25:35: Die letzten Zahlen, die ich gelesen habe, wir haben erst einmal die drei Millionen arbeitslosen Grenze durchbrochen... Eigentlich galt ja der Arbeitsmarkt in Deutschland immer robust!
00:25:45: Wir haben eine Schere, einen Fachkräftemangel und gleichzeitig steigende Arbeitslosigkeit.
00:25:53: Wie geht das zusammen?
00:25:54: Was passiert da gerade aus volkswirtschaftlicher Sicht?
00:25:59: Ja, das ist in der Tat eine interessante Entwicklung auch schon in den letzten Jahren gewesen.
00:26:03: Wir hatten ja immer auch mal wieder Abspünge aber der Arbeitsmarkt hat eigentlich kaum reagiert, auch in der letzten Krise gut in der Corona-Krise da gab es staatliche Maßnahmen und der Stand hat sehr viel getan dafür.
00:26:14: wir hatten Kurzarbeiterregelungen die ihm verhindert haben dass die Unternehmen ihre Arbeitskräfte entlassen mussten und das hat sich natürlich in den Arbeitsmachstatistiken dann noch positiv niedergeschlagen.
00:26:26: Er hat aber auf der anderen Seite auch sicherlich einen gewissen Strukturwandel, der immer erforderlich ist und es auch ein Stück weit verhindert.
00:26:33: Was wir jetzt sehen, ist in der Tat dieser gespaltene Arbeitsmarkt.
00:26:36: Wir haben das Thema Fachkräftemangel.
00:26:37: Das ist etwas geringer geworden.
00:26:39: Auch der schmerzte Unternehmen beim Thema Fachkraftemangel ist etwas Geringer worden.
00:26:45: Eine Mittelstandsunfrage und haben jetzt die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage schon vorliegen, noch nicht veröffentlicht.
00:26:52: Aber da kann man sehen dass das Thema Fachkräftemangel als Schmerzpunkt für die Unternehmen etwas nachgelassen hat.
00:26:59: Das ist immer noch ein Punkt aber es steht nicht mehr so stark im Vordergrund wie das vielleicht mal vor einem Jahr oder auch mehr Herbst letzten Jahres.
00:27:06: Das heißt, das hat etwas nach gelassen, ist natürlich auch Folge der Schwäche jetzt, die wir am Arbeitsmarkt sehen.
00:27:13: Wir haben es momentan zu tun, ja ich will sagen mit unterschiedlichen Anforderungen und dem was Bewerber zur Verfügung stellen an Kenntnissen und an Fähigkeiten.
00:27:26: Das heißt wir haben hier ein zunehmendes Miss-Match von dem was die Suchenden mitbringen an Fährigkeiten und Kenntnisse und dem das die Unternehmen nachfragen.
00:27:37: Und daher haben wir diese scheinbar schizophrene Situation, dass wir auf der einen Seite Fachkräptomangel haben und auf der anderen Seite eben auch steigende Arbeitslosenzahlen.
00:27:47: Wir haben im zweiten Punkt momentan aufgrund der Unsicherheiten die wir haben zögern viele Unternehmen einfach mit Einstellung.
00:27:54: Sie wissen wir bräuchten eigentlich Leute aber wir wissen nicht genau wie es mit der Wirtschaft weitergeht.
00:28:00: von daher warten wir lieber noch ein halbes Jahr.
00:28:04: das ist der erste Punkt.
00:28:06: Das kann sich auch im halben Jahr wieder gebessert haben, wenn sich die politische Lage ändert.
00:28:11: Aber wir haben auch einen zweiten Punkt und der wird sich so schnell nicht ändern.
00:28:14: Das ist das Thema KI.
00:28:16: Also viele Unternehmen wissen nicht genau welche Profile und wie viele Arbeitskräfte sie mit welchen Profilen in Zukunft brauchen.
00:28:26: Das sind insbesondere auch Bürojobs, die da betroffen sind oder doch eher mal die etwas höher qualifizierten Büro-Jobs.
00:28:32: Wir hören es beispielsweise von Unternehmensberatern die halt wenig Leute von den Unis einstellen.
00:28:38: Die haben ja sonst quasi so die Premiumabserventen quasi eingestellt und... Die haben es momentan wirklich nicht leicht, weil das sind diejenigen, die dann zunächst mal als Juniors dort Powerpoint Folien machen.
00:28:52: Und das ist was, was man mit KI ganz prima machen kann.
00:28:57: Also da brauche ich keine Leute, die mir diese Folie machen.
00:29:00: Das kann ich eigentlich als gestandener Berater damit der KI selber machen und das ist nur ein Beispiel.
00:29:06: Das sehen wir aber in vielen Bereichen.
00:29:10: Daher unsicher sind, weil sie nicht genau wissen was brauche ich in Zukunft und daher einfach mit Einstellungen zögern.
00:29:16: Und wenn wir dann noch ein bisschen weiter blicken also Richtung in den nächsten Jahren mittelfristig Dann haben wir natürlich die entgegengesetzte Entwicklung, dann sind es die Baby Boomer, die in Rente gehen und das setzt dann natürlich wieder auch Kapazitäten frei.
00:29:31: Das heißt da fallen dann plötzlich viele Arbeitnehmer weg Und da ist dann die spannende Frage, ob sich der Arbeitsmarkt dann wieder auch unabhängig von den konjunkturellen Entwicklungen wieder ein bisschen besser in Richtung Gleichgewicht entwickeln.
00:29:44: Ich will noch mal ein bisschen auf das Thema Sondervermögen eingehen weil letztendlich auch unser dezentes Wachstum ... Wir hatten darüber geredet sie hat es angemahnt.
00:29:53: Auch beim letzten Mal ist einfach Schulden finanziert.
00:29:57: Beim letzten Mal haben wir über die hatten Sie dieses schöne Beispiel gebracht dass aus diesen Wunder vermögen ganz viel Geld in Projekte auch fließt.
00:30:03: wo man sagt so ja ist schön, aber was soll das jetzt in diesen Springenbrunnen glaube ich in Frankfurt gebracht?
00:30:09: Sehen Sie da mehr Kontrolle besseren Finanzfluss in sinnvollere Projekte die nachhaltig ja auch über das Sondervermögen hinaus wenn es ausläuft dann wachstum bringen.
00:30:24: Ja dass ist in der Tat das Thema Transparenz.
00:30:26: was passiert mit dem Geld?
00:30:27: Das war bisher wenig zufriedenstellend.
00:30:31: Jetzt muss man allerdings sagen, das läuft auch noch nicht so wirklich lang.
00:30:34: Es gab jetzt Kritik, dass das Geld was verletztes Jahr zur Verfügung stand, dass es nicht vollständig ausgeben werden worden ist.
00:30:42: Das war aber vielleicht auch nicht unbedingt zu erwarten.
00:30:46: die Mühlen, die malen etwas langsamer im Staat.
00:30:49: Man muss schauen, was in diesem Jahr passiert.
00:30:52: Es gibt sicherlich berechtigte Kritik ,dass nicht alles so ausgegeben worden ist, zukünftigen Wachstum führt.
00:31:03: Ich glaube, man muss ein bisschen differenzieren jetzt hier auch das was man bisher sieht ist der Bund scheint es relativ eng zu trecken.
00:31:11: Das heißt dass was der Bund selber ausgibt das wird glaube ich inzwischen relativ gut auch verifiziert ob es wirklich wachstumsfördernd ist und auch transparent dargestellt.
00:31:24: Wir hatten heute Morgen eine Ökonomenkonferenz mit dem Bundesfinanzministerium, wo man einfach mal ökonomisch Stimmen eingesammelt hat Und da ist uns vom Ministerium auch genau das noch mal gesagt worden, dass es ein ganz wesentlicher Punkt ist um auch das Thema in der Öffentlichkeit sehr etwas positiver darzustellen weil man einfach sich rechtfertigen muss für diese vielen Schulden die da gemacht werden.
00:31:48: Das hat man glaube ich jetzt begriffen und auf Bundesebene ist das zu erkennen, dass hier mehr Rechenschaft darüber abgelegt wird wie dieses Geld ausgegeben wird.
00:31:57: Das ist auf kommunaler und auf landesebene nicht immer so.
00:32:01: Man hat damals, als man das Sondervermögen aufgelegt hat den Ländern und Kommunen hier weitgehenden Spielraum gelassen weil man gesagt hat, dass darf nicht zu viel Bürokratie werden, das soll unbürokratisch verteilt werden.
00:32:13: und unbürokratisch heißt natürlich in diesem Zusammenhang auch, man muss nicht genau nachweisen für was man es aussieht.
00:32:21: einen Kernpunkt, ein Knackpunkt wenn es darum geht was davon wirklich sinnvoll ausgegeben.
00:32:28: Insgesamt glaube ich muss man schon sagen dass der Großteil des Geldes da auch ankommt wo er hin kommen sollte aber auf der anderen Seite was man jetzt noch tun muss ist wirklich zu vermeiden das wie ja der Vomov war mit dem Geld irgendwelche Haushaltslöcher geschlafen doppft werden.
00:32:45: Ich glaube, im Bundesfinanzministerium ist das angekommen?
00:32:49: Das ist ein legitimes Interesse auch der Öffentlichkeit, dass genau das passiert denn dafür wird Geld bereitgestellt aber nicht für den Staatskonsum und ich bin da eigentlich recht zuversichtlich, dass man da jetzt auch aus den letzten neun Monaten gelernt hat und das Ganze in Zukunft etwas besser läuft.
00:33:06: Haben Sie vielleicht um das ein bisschen griffiger zu machen nochmal so einen oder zwei Projekte wo sie sagen Das sind gute Investitionen gerade, die gemacht werden.
00:33:14: Also ich denke jetzt nur mal gerade an diese Trasse zwischen Berlin und Hamburg, die jetzt gerade wieder freigegeben worden ist.
00:33:20: aber vielleicht haben sie noch ein anderes so Großprojekt was spannend ist und wo man sagt da fließt das gut dass das Geld dahin fließte
00:33:28: also Schienenverkehr wären wir als erstes eingefallen.
00:33:30: das ist ja nicht nur die Trasse sondern es ist ja diese Generalsanierung in den deutschen Bahnen Die auch wirklich über eine Verbesserung der Verkehrswege dann auch dazu beitragen kann dass das Wachstum auch nachhaltig ansteigt.
00:33:44: Ein anderes Beispiel, auch beim Thema Infrastruktur ist natürlich das Thema Verkehrswege, Autobahnenbrücken so was.
00:33:53: Da wissen wir ja auch da ist viel zu tun.
00:33:56: ich komme aus der Nähe von Bonn, da ist jetzt gerade eine Rheinbrücke gesperrt weil sie seit fünfzehn Jahren marode ist und jetzt darf keiner mehr drüber fahren.
00:34:03: Da ist eben auch viel verpasst worden, viel verschleppt worden.
00:34:06: in den letzten Jahrzehnten kann man eigentlich fast sagen Das wird jetzt angegangen, reichlich spät.
00:34:14: Aber im Hinblick wird es jetzt abgegangen und das sind sicher nicht so positive Signale.
00:34:19: Und dann haben wir noch ein anderes Thema.
00:34:21: Wir haben natürlich auch das Thema Rüstung.
00:34:22: da ist ja quasi auch außerhalb des Sondervermögens aber eben auch außer halb des normalen Haushalts und da muss man eben auch gucken was davon trägt wirklich auch in Zukunft zu mehr Wachstum bei.
00:34:35: Also wenn ich jetzt, sag's mal, flap sich eine Kaserne modernisiere und die Toilettenanlagen modernisieren das ist schön für die Soldaten und vielleicht auch sinnvoll und notwendig weil da dreißig Jahr nix gemacht worden ist aber dass hat natürlich keine wachstumswirkung.
00:34:50: Wenn ich das ganze aber im militärische Forschungs- und Entwicklung stecke also stichwort Drohntechnologie und sonstige Sachen und das dann auch noch in Deutschland in Europa angesiedelt ist und eben nicht in den USA Dann kann es wirklich auch ein Technologischub geben und das kann dann auch zu zukünftigen Wachstum führen.
00:35:08: Und das ist auch der Punkt, den das Finanzministerium inzwischen erkannt hat, wo man aber mit dem Verteidigungsministerium natürlich in der Diskussion ist, wie das Geld doch am nachhaltigsten auszugeben ist.
00:35:23: Was in solchen schwierigen Zeiten häufig passiert ist dass der Teile, der Bevölkerung nach noch stärkerem staatlichem eingreifen schreien.
00:35:36: Stichwort Wohnen zum Beispiel.
00:35:39: Immer wieder ist das bei dem Thema Wohnen kommt die Diskussion auf Verstaatlichungen.
00:35:44: Wie sehen Sie es aus volkswirtschaftlicher Sicht wenn dem Folge geleistet werden würde?
00:35:50: Wenn Wohnraum zum Beispiel verstaatlicht wird Das hätte ja wurde er Präzidentsfälle im Grunde genommen schaffen, die ja Kettenreaktionen auslösen können.
00:36:01: Wie bewerten Sie sowas?
00:36:03: Ja verstaatlichten Wohnraum haben wir ja in einem Teil Deutschlands vor so gar nicht ganz langer Zeit schon mal gehabt, nämlich im Thema DDR wo wohnend günstig war, wo jeder eine Wohnung hatte und auch garantiert hatte.
00:36:15: was aber zur Folge hatte das eigentlich nicht investiert worden ist in dieser Wohnung dass sie verfallen sind, nicht auf dem modernsten Stand waren, dass sie klein waren einfach den Bedarf der Menschen sich entsprachen haben.
00:36:27: Ich weiß, das Thema Verstaatlichung von Wohnungsbaugesellschaften ist natürlich gerade in Berlin ein Riesenthema.
00:36:33: Aber denke die Vergangenheit zeigt dass eine Verstaatslichung in jeglicher Sicht bis auf ganz viele Ausnahmen weder mittel noch langfristig funktioniert hat.
00:36:44: bisher.
00:36:45: aus meiner Sicht würde das auch wenn passieren würde, wirklich dass man hier die großen Wohnungsbaugesellschaften verstaatlichen würde und nur unzureichend entschädigt was auch in der Diskussion steht.
00:36:56: Es geht ja nicht um Marktpreise die da entschätigt werden sondern deutlich niedrigere Preise.
00:37:02: dann hätte das verheerende Auswirkungen für den Investitionsstandort Deutschland gerade auch im Ausland.
00:37:08: also Deutschland hat bisher immer davon profitiert dass man auf dem Thema rechts Staatlichkeit, Rechtssicherheit als eines der wenigen verbliebenen Assets noch hatte für die Story Deutschland.
00:37:23: Warum investiere ich in Deutschland?
00:37:26: Ein funktionierendes Rechtssystem auch der Schutz von Eigentou und das hätte Richtung Ausland aus meiner Sicht wirklich verheerende Auswirkungen würde natürlich auch ausstrahlen.
00:37:34: dann auch andere Bundesländer würden auch an Davor erwarten Und man würde dann sicherlich nicht nur im Bausektor nicht mehr investieren in Deutschland, sondern eben das könnte möglicherweise auf andere Touren ausstrahlen.
00:37:48: Also aus meiner Sicht ist es absolut erforderlich anstatt dessen Anreize und Möglichkeit wirklich günstigen Wohnraum neu zu schaffen.
00:37:56: Denn darum geht es ja.
00:37:57: also Luxuswohnungen sind ja wohl hinreichend da aber es geht ja um günstige Wohnrauben und dazu muss man natürlich auch Da kann man auch staatlicherseits einiges tun.
00:38:07: Man kann Genehmigungsverfahren beschleunigen, man kann das Modulare bauen stärker fördern.
00:38:13: Natürlich sind die Wohnungen dann nicht so schick wie sie sind wenn Architekt sie entwirft.
00:38:17: aber es soll erst mal günstig sein und man kann auch Standards senken.
00:38:21: ich brauche nicht in jedem Zimmer vier Steckdosen da kann man eben auch die Empfehlung.
00:38:26: also momentan sind diese Standards Die haben Empfehlungscharakter, aber jeder hält sich dran.
00:38:32: Da muss man eben deutlich machen, dass es auch einfacher geht.
00:38:34: Das heißt nicht immer das Allerbilligste sein muss.
00:38:37: Das heisst aber auch, dass man hier pragmatischer vorgehen muss und eben auch bereit sein muss, gewisse Zugeständnisse im Komfort auch zu machen.
00:38:47: An anderen Vorschriften die wir hier in Deutschland haben, Umweltstandards solche Sachen.
00:38:51: da muss man auch mal gucken wo man da vielleicht Abstriche machen kann ohne dass man sehr viel an Energieeffizienz verliert.
00:38:59: also nicht die letzten fünf Prozent sind immer sinnvoll wenn die nochmal dreißig Prozent mehr Kosten verursachen.
00:39:05: das heißt dann muss man glaube ich auch noch einmal etwas kritischer hinschauen.
00:39:09: Wir sind ja hier Berlin-Brandenburg, wie viele Teile in Deutschland.
00:39:13: Aber ich glaube besonders hier leben wir von Mittelständlern.
00:39:16: Wenn Sie Mittelständler jetzt empfehlen ... Sie hatten vorhin das kurz angesprochen, stelle ich ein, investiere ich oder nicht?
00:39:22: Das ist genau das gerade was viele gucken und überlegen... Was für einen Grad würden sie denen geben sollen die jetzt investieren?
00:39:30: Sollen die einstellen?
00:39:31: Sollten sie ins Risiko gehen aus ihrer volkswirtschaftlichen Sicht fürs Quartal drei oder vier oder sagen bleibt mal erstmal entspannt, lasst's!
00:39:39: Ja, in der Vergangenheit hatte sich häufig ausgezahlt antizytisch zu agieren.
00:39:43: Also nicht dann wenn alle machen wollen sondern vielleicht ein bisschen früher.
00:39:47: also von daher ist vielleicht jetzt nicht der verkehrteste Zeitpunkt auch jetzt schon zu investieren.
00:39:54: Außerdem würde ich sagen, auch investieren in Know-How.
00:39:59: Auch der Arbeitnehmer, der Arbeitskräfte die man hat und da ist natürlich an allererster Stelle auf das Thema Kainohau aufbauen zu nennen.
00:40:07: Das heißt dieses Thema wird man in Zukunft nicht... nicht dran vorbeikommen.
00:40:11: Ich glaube schon, dass man vielleicht auch jetzt Zeiten einfach nutzen kann um die Mitarbeiter hier zu schulen bei dem Thema und sich eben für die Zukunft, wo das dann für jede Branche noch relevanter werden wird, eben auch gut vorbereitet zu
00:40:27: sein.".
00:40:29: Also zum Schluss aller Letzte Frage!
00:40:30: Noch ein kleiner Blick nach vorne wenn wir beide Ende des Jahres erneut zusammensitzen.
00:40:34: Worüber werden wir wahrscheinlich sagen?
00:40:36: Worüber werden wir wahrscheinlich sagen?
00:40:37: Darüber haben wir im Sommer viel zu viel gesprochen oder viel zu wenig.
00:40:43: Ja, zu wenig ist in der Tat schwierig zu beantworten denn wenn ich das heute schon wüsste würden wir darüber sprechen.
00:40:50: aber Donald Rumsfeld war ja mal Verteidigungsminister in den USA und er hat mal gesagt es gibt die known unknowns also Dinge derer ich mir bewusst sind aber von denen ich nicht verstehe und von denen Ich weiß wie sie ausgehen.
00:41:05: Und dann gibt es die unknown unknowns.
00:41:06: Das heißt, das sind Dinge, die wir weder bewusst sind noch dass ich sie verstehe.
00:41:11: und genau das ist glaube ich der Punkt den werden wir nie abgreifen können.
00:41:16: wenn ich von den known unknowns spreche Dann würde ich sagen das haben heute gar nicht thematisiert.
00:41:21: das ist das Thema Zwischenwahlen in den USA.
00:41:24: Stimmt
00:41:25: also da wissen wir Die werden kommen.
00:41:29: Wir wissen aber nicht wie sie ausgehen und wie Trump dann darauf reagiert.
00:41:33: Und das könnte so eine Art Joker werden, sag ich mal.
00:41:37: Also da kann ja alles Mögliche passieren.
00:41:40: im günstigsten Fall, sage ich mal, könnte passieren dass die Macht von Trump durch das Parlament stärker eingeschränkt wird aufgrund wechselnder Mehrheiten dort und das wäre so ein positives Szenario was uns mit Blick auf siebenundzwanzig etwas mehr vielleicht Beständigkeit und Sicherheit geben könnte.
00:41:59: Wunderbar, es war wie immer hochgradig spannend und bedanke mich für dieses Gespräch.
00:42:05: Ich bedanque mich bei Ihnen Herr Klein.
00:42:07: Vielen
00:42:24: Dank!